Wieso braucht Gelterkinden ein neues Schulhaus?
Aus folgenden Gründen bitten wir Sie das Referendum nicht zu unterstützen:
Abbruchobjekt Pavillon Ost
Der Pavillon Ost ist ein Abbruchobjekt und muss ersetzt werden. Der Abbruch wurde vor zehn Jahren von der Gemeindeversammlung beschlossen. Seither wurde kaum noch etwas in den Pavillon investiert und eine reguläre Nutzung der Klassenzimmer ist nicht mehr möglich.
Ist ein anderes Projekt tatsächlich günstiger?
Die vom Referendumskomitee vorgebrachten Kosten des letzten Schulhaus-Neubaus sind falsch. Diese betrugen nicht wie angegeben CHF 6.65 Mio., sondern CHF 7.57 Mio. Das Referendumskomitee hat in seiner Berechnung nur die reinen Baukosten verwendet und die Projektierungskosten nicht einbezogen. Mit Berücksichtigung der Baukostenteuerung von +18% (Jahre 2017 bis 2025) ergeben sich nach heutigem Preisstand Gesamtkosten von CHF 8.93 Mio.
Vergleicht man die reinen Gebäudekosten pro Kubikmeter Bauvolumen, so sind die Kosten praktisch identisch. Waren es beim letzten Neubau CHF 694 pro Kubikmeter so sind es beim heutigen Projekt CHF 679 pro Kubikmeter.
Fazit: Die Gebäudekosten bewegen sich im ähnlichen Rahmen. Das Gebäude weist die gleiche Preisqualität wie der letzte Neubau auf. Bei einer allfälligen Neuplanung des aktuellen Projekts sind deshalb keine signifikanten Kosteneinsparungen zu erwarten. Hingegen werden die bisherigen Planungskosten des aktuellen Projekts für eine Wiederholung dieser Arbeiten nochmals anfallen.
Finanzplan und Verschuldung
Von den bis 2030 geplanten Investitionen von rund CHF 30 Mio. entfallen CHF 1.4 Mio. auf das Freibad, CHF 4 Mio. auf den Werkhof und knapp CHF 18 Mio. auf die Sanierung von Strassen und Werkleitungen. Die Investitionen in den Schulraum von total CHF 14 Mio. machen demzufolge einen Anteil von 42% aus - und nicht wie behauptet von rund der Hälfte.
Die geplanten Investitionen resultieren aus einem jahrelangen Aufschub notwendiger Investitionen.
Kindergarten und Tagesstrukturen
Die Umnutzung des Pavillons Süd ermöglicht Flexibilität und reduziert die Kosten. Mit einem zentralen Kindergarten auf dem Schulgelände kann auf die schwankende Anzahl Kinder in den Quartieren reagiert werden. Zudem ist zu beachten, dass der Mietvertrag für den Kindergarten Bützenen die Gemeinde jährlich rund CHF 60'000 kostet. Dieser müsste bei einer Ablehnung des aktuellen Projekts im Jahr 2029 aus einer schlechten Verhandlungsposition heraus neu verhandelt werden.
Der Standort der Tagesstrukturen ab dem Schuljahr 2028/29 ist unklar. Eine Lösung auf dem Schulgelände würde das Angebot für Familien deutlich attraktiver machen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Verlagerung der Tagesstrukturen und des Kindergartens in den Pavillon Süd positiv auf die laufende Rechnung der Gemeinde auswirken würden, da die Kosten einer eigenen Liegenschaft günstiger wären als die Mietkosten für eine Drittliegenschaft.
Gelterkinden wächst
Die Prognosen der nächsten vier Jahre zeigen tendenziell eine Abschwächung des Wachstums der Anzahl Schüler:innen auf. Jedoch entsteht in Gelterkinden in den nächsten Jahren sehr viel neuer Wohnraum (Eifeld, Maren etc.) und dort werden auch Kinder im schulpflichtigen Alter einziehen.
Vorausschauendes Bauen
Der Bau eines Schulhauses benötigt eine lange Vorlaufzeit. Insbesondere kann nicht erst bei tatsächlichem Bedarf mit der Planung und dem Bau begonnen werden. Beim Campus Loggia handelt es sich um einen Modulbau, der den Bedürfnissen angepasst werden kann. So kann er bei Bedarf um bis zu sieben Schulzimmer erweitert werden. Bereits bei den letzten Neubauten auf der Schulanlage (Trakt 4 und 5) wurde eine solche Bauweise diskutiert, jedoch aus Kostengründen jeweils verworfen.
Empfehlung Gemeindekommission
Die Gemeindekommission hat den Projektierungskredit der Gemeindeversammlung einstimmig zur Annahme empfohlen.
Was bedeutet eine Ablehnung des Projektierungskredits?
Eine Ablehnung bedeutet Verzicht auf eine zeitgemässe Bildungsinfrastruktur in den nächsten Jahren. Die maroden Schulbauten müssen weiter genutzt werden. Gruppenräume und Förderzimmer fehlen weiterhin.
Die örtliche Zukunft der Tagesstrukturen ist ungewiss. Das Planungs- und Kostenrisiko Kindergarten besteht ebenfalls weiter. Beides hängt unmittelbar mit dem vorliegenden Bau zusammen.
Die bis heuten investierten Gelder in das Projekt sind verloren.
