Stellungnahme zum Projekt RATIO
Mit grossem Erstaunen hat das Komitee aus den Medien vom Projektentwurf «Ratio» erfahren.
Vorab ist positiv festzustellen, dass nun auch die Gegner:innen zur Erkenntnis gelangt sind, dass Gelterkinden wächst und zeitnah Schulraum in demselben Umfang, wie es der Gemeinderat berechnet hat, benötigt. Die vom Gemeinderat verabschiedete Schulraumplanung wird nicht mehr in Frage gestellt, was einer regelrechten 180-Grad-Wendung entspricht.
Am 26. April 2026 geht es an der Urne aber nicht um das Projekt «Ratio». Es besteht keine Auswahl und ein «Nein» bedeutet nicht, dass anstelle des «Campus Loggia» das Projekt «Ratio» realisiert wird. Hier werden die Stimmbürger:innen bewusst in die Irre geführt.
Ein «Nein» bedeutet, dass die gesamte Planung von Neuem beginnen muss und die abbruchreifen Provisorien weitergenutzt werden müssen. Es ist durch die Gemeinde eine neue Ausschreibung zu machen. Aufgrund des öffentlichen Beschaffungsrechts kann der Gemeinderat nicht einfach den Auftrag an die Arbeitsgemeinschaft des Projekts «Ratio» vergeben. Eine solche Ausschreibung ist zeitaufwendig und verzögert den Bau von neuem Schulraum erheblich. Dass die Unternehmen, die hinter dem Projekt «Ratio» stehen und bereits gewisse Offerten gemacht haben, berücksichtigt werden, ist aufgrund der nun erfolgten Vorbefassung mit dem Projekt fraglich. Genauso fraglich ist es, weshalb sich die «Arbeitsgemeinschaft Ratio» 2023 nicht am Wettbewerb beteiligt hat. Dann wäre ein direkter Vergleich mit über 20 Projekteingaben aus der ganzen Schweiz möglich gewesen.
Bei einem Bau für die nächsten Jahrzehnte ist eine sorgfältige Planung unabdingbar. Die verschiedenen Interessengruppen, insbesondere die Benutzenden – die Schule – müssen zwingend einbezogen worden. Dass dies innert weniger Wochen geschehen sein soll, ist nicht wahrscheinlich.
Für den Kostenvergleich der beiden Projekte sind dieselben Kostenpositionen heranzuziehen – was durch die Gegner:innen nicht gemacht wurde. Bei den Gebäudekosten liegen die beiden Projekte in einem vergleichbaren Bereich. Und dies ist der zentrale Punkt! Das Projekt «Ratio» ist nicht günstiger, es handelt sich lediglich um Projekte in unterschiedlichen Stadien.
Die Details des «Campus Loggia» sind noch nicht ausgearbeitet. Dafür braucht es den Projektierungskredit und somit am 26. April 2026 ein JA an der Urne. Erst dann kann das Projekt optimiert werden. Ausserdem sind beim «Campus Loggia» die Planungshonorare und eine Reserve eingerechnet. Diese Kosten wurden von der Arbeitsgemeinschaft «Ratio» nicht berücksichtigt, weshalb ein direkter Kostenvergleich nicht möglich ist. Ein solcher ist nur möglich, wenn dieselben Positionen miteinander verglichen werden. Alles andere ist eine Irreführung der Stimmbürger:innen.
Beim Projekt «Ratio» handelt sich somit um ein blosses taktisches Manöver im Abstimmungskampf. Eine Ablehnung des Projektierungskredits bedeutet nicht, dass das Projekt der Arbeitsgruppe realisiert wird, sondern führt lediglich zu weiteren Verzögerungen und finanziellen Einbussen. Die bisher investierten Gelder in der Höhe von rund CHF 0.5 Mio. sind ohne Gegenwert abzuschreiben und die Planung muss von Neuem beginnen. Der notwendige Schulraum wird weiter um mehrere Jahre verzögert.
Deshalb am 26. April 2026 JA zum Projektierungskredit.